Der Verein

Unsere Geschichte

Von zwei Bläsern, die bei Hochzeiten aufspielten, bis zur Reise nach Milwaukee. Was in den Protokollen und Festschriften des Vereins überliefert ist.

ab 1880

Die Anfänge

Am Anfang stehen zwei Männer und zwei Instrumente. In den achtziger Jahren des 19. Jahrhunderts spielten Max Käppele und Daniel Karle mit Trompete und Horn bei Hochzeiten und Anlässen der Gemeinde, oft auch in Opfingen und drüben im Elsass.

Aus diesen Auftritten wuchs mit den Jahren der Wunsch nach einer richtigen Kapelle.

1898 bis 1899

Gründung der Musikkapelle

Rund zwanzig Jahre später schlossen sich junge Gündlinger zu einer geschlossenen Musikkapelle zusammen. Die Instrumente stellte der damalige Militärverein. Die Kapelle gehörte dadurch zwar zum Militärverein, blieb in ihren Angelegenheiten aber selbständig.

Die dreizehn Gründer waren Karl Karle, Paul Fröhner, Adolf Figlestahler, Karl Schächtele, August Hirschle, Hermann Figlestahler, Johann Figlestahler, Stefan Wolf, August Volz, Julius Ehret, August Mutschler, Emil Camp und Adolf Herz, dazu Erhard Figlestahler.

1908 bis 1914

Die ersten Jahre

Der erste Dirigent war der Rheinwärter Bach aus Hartheim. Nach ihm übernahm Unteroffizier Richter von der Regimentsmusik 66 in Neu-Breisach den Taktstock, als dritter Dirigent folgte Hauptlehrer Josef Dorn, der auch die Weihnachtsfeiern organisierte.

1911 spielte die Musik erstmals beim Niederrimsinger Kilbi zum Tanz auf, und zwar bis in die Morgenstunden. Vor dem Ersten Weltkrieg gehörten außerdem große Fasnachtsveranstaltungen zum festen Programm.

1914 bis 1949

Zwei Kriege

Mit dem Kriegsausbruch 1914 ruhte jede Tätigkeit. Stefan Hirschle fiel als erster der Gündlinger Musiker.

Nach Kriegsende baute Hauptlehrer Dorn die Musik mit jungen Leuten wieder auf, unter ihnen Stefan Wolf, Otto Hanser, Valentin Sohn und Oskar Gamp. Auf Dorn folgten als Dirigenten Karl Karle, Stefan Schächtele, Lehrer Büchler und Herr Brutschin.

Ab 1939 erschwerte der Zweite Weltkrieg die Arbeit erneut erheblich.

1950

Die Neugründung

Am 15. Januar 1950 wurde der Musikverein im Gasthaus Rebstock neu gegründet. Die Vorstandschaft bestand aus Johann Schächtele als 1. Vorstand, Max Wolf als 2. Vorstand, Theodor Karle als Kassenwart, Robert Müller als Schriftführer und Karl Müller als Hilfsdirigent. Den Taktstock übernahm Dirigent Hollweg.

Der erste öffentliche Auftritt fand zur Jahreswende 1949/50 bei einer Theaterveranstaltung statt, gespielt wurde der Marsch „Alte Kameraden“. Am 5. April 1950 bekamen die Musiker ihre Vereinsmützen, und im selben Jahr nahm der Verein an sechs Musikfesten teil.

1951 bis 1960

Die fünfziger Jahre

1951 übernahm Dirigent Brutschin wieder die Leitung, Theodor Karle wurde 1. Vorstand. Das 50-jährige Jubiläum feierte der Verein am 23. Juni 1951 mit Festzug und Ehrungen, tags darauf folgten ein Festumzug mit dreizehn Gastkapellen und ein Konzert.

Am 12. Mai 1957 nahm der Verein am ersten Wertungsspiel des Blasmusikverbandes Kaiserstuhl-Tuniberg teil und erhielt die Note „sehr gut“. Das 60-jährige Jubiläum am 22. Mai 1960 beging man mit fünfzehn Gastvereinen.

1964 bis 1971

Ein neuer Ton

Im Februar 1964 trat Theodor Karle als 1. Vorsitzender zurück, Leo Rinderle übernahm das Amt. Am 11. Februar 1965 wurde Dirigent Rosner aus Freiburg angestellt, und schon am 16. Mai 1965 errang der Verein beim Wertungsspiel in Neu-Breisach den ersten Preis.

Am 31. August 1967 übernahm Karl Bühler aus Freiburg die Leitung. Unter ihm verbesserte sich das musikalische Niveau deutlich, vor allem weil er sich mit großem Erfolg der Jugendausbildung widmete. Im Februar 1971 gab er sein Amt aus gesundheitlichen Gründen ab.

Im März 1971 folgte Kammermusiker Alfred Wohlhüter und führte die Jugendarbeit in derselben Intensität fort.

1974 bis 1982

Jubiläum und das erste Bockbierfest

In der Generalversammlung vom 19. Januar 1974 trat Theodor Karle nach über zwei Jahrzehnten als 1. Vorsitzender zurück, Herbert Herzig übernahm.

Das Jahr 1975 stand im Zeichen des 75-jährigen Jubiläums und des 5. Verbandsmusikfests Kaiserstuhl-Tuniberg. Beim Festbankett am 31. Mai 1975 erhielt Theodor Karle die goldene Ehrennadel des Verbandes und wurde zum Ehrenvorsitzenden ernannt. Zu den Festlichkeiten gehörten ein Konzertabend mit acht Gastkapellen, ein Festumzug mit zwölf Gastkapellen und am 6. Juli 1975 ein Bockbierfest. Damit begann das Fest, das der Verein bis heute veranstaltet.

1976 übernahm Alfred Wiedensohler das Amt des 1. Vorsitzenden. Dirigent Alfred Wohlhüter gab nach acht Jahren am 1. August 1979 ab, sein Nachfolger Herr Schwehr aus Freiburg musste das Amt im Dezember 1980 wieder aufgeben. Adelbert Scherle übernahm den Dirigentenstock.

1981 wurde Bruno Wiedensohler zum 1. Vorsitzenden gewählt, und am 23. Oktober 1981 weihte Pfarrer Bernhard Schilli das neue Probelokal ein. Im Dezember 1982 kam John Carter als Dirigent, er blieb bis zum 31. Dezember 1988.

1984 bis 1989

Die achtziger Jahre

1984 übernahm Reinhard Jöhle kommissarisch das Amt des 1. Vorsitzenden, bei den Neuwahlen 1985 wurde er mit 71 Stimmen bestätigt. Zum Gesamtvorstand gehörten damals Markus Gräbling als 2. Vorsitzender, Joachim Köbele als Rechner, Hansjörg Homberger als Schriftführer, als aktive Beisitzer Theodor Karle, Gebhard Ehret, Paul Figlestahler, Jürgen Faber, Uwe Fritz und Martin Glockner sowie Hans Brommer als passiver Beisitzer.

Am 16. November 1985 wurde Theodor Karle für seine 50-jährige aktive Mitgliedschaft mit der goldenen Ehrennadel des Deutschen Blasmusikverbandes geehrt. Am 24. Februar 1989 stellte sich Stephan Paul Poteczin aus Breisach als neuer Dirigent vor.

1990 bis 1994

Neunzig Jahre und die Reise nach Amerika

Das 90-jährige Jubiläum wurde am 19. Mai 1990 mit einem Festbankett gefeiert, bei dem der Männergesangverein und der Kirchenchor mitwirkten. Gemeinsam führte man Stücke aus Verdis „Nabucco“ und Mozarts „Zauberflöte“ auf. Im selben Jahr wirkte der Verein bei der Weihe der neuen Kirchenglocken mit.

Der Höhepunkt der Vereinsgeschichte kam 1993 mit der Amerikareise zum German-Fest nach Milwaukee, dazu Chicago und New York. Möglich wurde sie durch die Verbindungen von Hans Schmid aus Burkheim.

Am 14. September 1994 begann die Amtszeit des neuen Ortsvorstehers Hans Brommer.

2000 bis 2004

Hundert Jahre

Am 8. April 2000 feierte der Musikverein sein 100-jähriges Bestehen mit einem Festbankett, bei dem Landrat Jochen Glaeser die Pro-Musica-Plakette überreichte. Das Bockbierfest wurde mit großem Aufwand in einem eigens errichteten Zelt gefeiert, Höhepunkt war ein musikalischer Sternmarsch mit siebzehn befreundeten Musikkapellen. Im selben Zug wurde das Probelokal modernisiert: neuer Thekenbereich, frisch verputzte Wände, gestrichene Decke.

Am 14. März 2003 verabschiedete sich Reinhard Jöhle nach über zwanzig Jahren Vorstandstätigkeit und wurde einstimmig zum Ehrenvorstand ernannt. Die neue Vorstandschaft bildeten Alexander Müller-Knöpfler als 1. Vorsitzender, Wolfgang Karle kommissarisch als 2. Vorsitzender und Petra Sennrich als Schriftführerin.

Beim Herbstkonzert am 20. November 2004 wurde Dirigent Stephan Paul Poteczin mit der goldenen Ehrennadel des Bundes Deutscher Blasmusikverbände ausgezeichnet, Vereinsrechner Martin Glockner für dreißig Jahre aktive Mitgliedschaft geehrt.

Fortsetzung

Und weiter

Die Chronik endet vorerst mit dem Herbstkonzert 2004. Wer Fotos, Programmhefte oder Erinnerungen aus den Jahren danach hat, darf sich gerne bei der Vorstandschaft melden. Wir schreiben sie dann weiter.